Zeitzeugen:Eine unterlassene Reparatur mit Folgen
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Die Druckerei E. Baensch jun. A.G. in der Bärstraße 12 wurde am 16. Januar 1945 ausgebombt. Alle Maschinen gingen zur Reparatur in die Maschinenfabrik Buckau R. Wolf AG. Inzwischen zog der Betrieb in ein leerstehendes Gebäude der Großen Diesdorfer Straße 185 um.
Zur Frühjahrsmesse 1949 bat mich der Verlagsleiter, einmal nach den Postkarten zu schauen, die in der Offset-Abteilung gefertigt wurden. Ich trat, um besser sehen zu können, auf Zehenspitzen an die laufende Maschine heran. Dabei geriet mein Rocksaum in ein ungesichertes Zahnrad. Dies riss mir Rock und Unterkleid im Nu vom Leibe. Ich hatte Glück, der Meister stand gerade hinter mir und nahm meine Arme zur Seite. Die Maschine wurde sofort abgestellt. Der Meister flüsterte mir ins Ohr: "Fräulein Huth, hier ist mein Kittel. Ziehen sie den über."
In der nächsten Betriebzeitung stand zu lesen: "Wir Buchdrucker wechseln die Abteilung und gehen in den Offset. Fräulein Huth macht Striptease!"
Ich hätte am liebsten den Betrieb gewechselt.