Handelshafen
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Der Handelshafen ist ein Magdeburger Hafen an der Elbe, der hauptsächlich dem Umschlag von Massengütern dient. Der Handelshafen wurde von 1886 bis 1893 auf dem Agneswerder erbaut, um die anderen Umschlagplätze am Elbufer und der Zollelbe zu entlasten. Das Hafenbecken ist in Nord-Süd-Richtung 994m lang und nimmt in der Breite von 90m im Norden auf 45m im Süden ab. Der Hafen verfügt über eine enge Einfahrt, welche von einer Eisenbahnhubbrücke überspannt wird. Die Kaimauern sind mit Sandstein verkleidet und mit Granitplatten abgedeckt.
[Bearbeiten] Nutzung und Entwicklung des Hafens
Problematisch gestaltet sich der Untergrund des Hafens. Der nördliche Teil wurde beim Bau aus Grauwackefelsen herausgesprengt. Zu DDR-Zeiten verfolgte Pläne zur Vertiefung des Hafenbeckens und zur Verbreiterung der Hafeneinfahrt, um größeren und längeren Schiffen die Benutzung des Handelshafens zu ermöglichen, wurden aus diesem Grund aufgegeben. Bei Niedrigwasser ist die Nutzung des Hafens daher ebenfalls nur eingeschränkt möglich.Auf dem Gelände des Hafens befinden sich zahlreiche denkmalgeschützte Speicher- und Silogebäude, darunter zwei Reichseinheitsspeicher. In den Speichern werden unter anderem Mehl und Getreide gelagert. Um die Jahrhundertwende erreichte der Handelshafen seine höchsten Umschlagszahlen mit über 1 Mill. Tonnen jährlich. Später ging der Umschlag im Handelshafen mit dem Bau weiterer Häfen in Magdeburg zurück. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts wird der Handelshafen zum Wissenschaftshafen umgebaut. Beginnend im südlichen Teil des Handelshafens werden in unmittelbarer Nähe zur Universität Forschungsinstitute und innovative Dienstleistungsunternehmen angesiedelt. Ebenfalls geplant sind Wohn-, Tourismus- und Freizeitangebote.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Aufgrund seiner enormen Bedeutung für die Schifffahrts- und Handelsgeschichte der Stadt Magdeburg wurde der Hafen als Denkmalbereich ausgewiesen. Vor allem im nördlichen Teil des Handelshafens befinden sich eine Reihe sehenswerter Überreste der Industriegeschichte. Dazu zählen im Bereich der Eisenbahnanlagen insbesondere die o.g. stillgelegte Eisenbahnhubbrücke, ein Lokschuppen von 1850 und das ehemalige Betriebswerk der Hafenbahn. Weiterhin finden sich dort alte Lager- und Speicherhäuser, darunter der Komplex aus den Speichern G, H, I (Backsteinbauten, 90er Jahre des 19. Jahrhunderts) und dem sich anschließenden Getreidesilo West (1935) sowie teils rekonstruierte historische Krananlagen. Sehenswert sind außerdem die in verschiedenen Bereichen des Handelshafens abgestellten historischen Eisenbahnfahrzeuge der Magdeburger Eisenbahnfreunde. Dieser Verein organisiert regelmäßig Eisenbahnfeste im Handelshafen.
[Bearbeiten] Quellen
- Prof. Dr. Dr. eh. Lehmann et al., Magdeburg und seine Umgebung, Akademie-Verlag, Berlin 1972
- Webseite des Wissenschaftshafens
- Denkmalpflegeplan der Landeshauptstadt Magdeburg, Stadtplanungsamt Magdeburg